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Mallorca 2007

 
Um die Osterzeit trifft sich die Rennradszene auf Mallorca. Und auch ich lasse mich verführen und buche einen Rennrad-Urlaub. Die Reise beinhaltet die Unterbringung im Club Polletia mit Halbpension zwischen Alcudia und Port Pollentia an der Nordküste der Insel gelegen sowie ein gemietetes Rennrad von Balear-Reisen für zwei Wochen. Marktplatz von Petra  
Die Unterbringung

Blick vom Club auf die Bucht
Die Unterbringung erfolgte im Club Pollentia direkt an der "Bahia da Pollentia" gelegen. Es handelt sich um eine sehr gepflegte Anlage; die Zimmer entsprechen dem europäischen Standard mit Balkon, Bad, WC, Fernseher, Minibar, Tresor. Auf dem Clubgelände befinden sich zwei Pools, von denen einer durch die Triathleten belegt wird. Das Publikum ist durchweg sehr sportiv. Die Halbpension reicht völlig, es gibt ein Frühstücks- und ein Abendbuffet, man braucht mittags somit nur einen "Cafe con Leche" und eventuell ein Stück Kuchen.
Auf dem Gelände des Clubs befindet sich der Fahrradverleih des Reiseveranstalters Balear-Reisen. Hier kann man unter Anderem Rennräder leihen und an geführten Touren teilnehmen.
Das gemietete Rennrad

Es handelt sich um das Modell "Prisma RC" der Firma Steppenwolf. Es ist mit einer Shimano 105-Komplettgruppe (30Gänge) und mit Ritchey -Anbauteilen ausgestattet. Diese Komponenten sind als absolut zuverlässig bekannt und funktionieren auch hier tadellos.
Der Rahmen weist eine sogenannte "Komfort-Geometrie" auf, d.h. er bestitzt ein verlängertes Steuerrohr. Hierduch wird der Lenker angehoben, was den Rücken entspannt. Diese Geometrie soll zumindest Einsteigern entgegenkommen. Ich persönlich bevorzuge eine tiefere, gestrecktere Sitzhaltung, aber für die zwei Wochen läßt sich das verschmerzen. Der Rahmen "steht wie eine eins"; ich bin eher der Sprintertyp und bekomme ihn nur schwer aus der Ruhe. Schwerer wiegt allerdings das sehr weiche Hinterrad welches man bei Antritten als schwammig empfindet. Die Reifen "Schwalbe Stelvio" halte ich für sehr empfehlenswert, ca. 800km ohne Platten.
Aus Mechaniker-Sicht ist die Sattelstütze von Ritchey sehr gut. Sie ist eine preisgünstige Stütze, die dennoch die sehr genaue Einstellung des Sattel mittels zwei Schrauben erlaubt.

Im nächsten Jahr spare ich das Geld für die Radmiete (für zwei Wochen immerhin ca 160 Euro) und komme mit dem eigenen Rennrad.

Das Mietrad
 

Die Komponenten im Einzelnen:

Rahmen: Steppenwolf Prisma RC RH60
Farbe: Gelb
Gabel: Carbon
Schaltwerk: Shimano 105
Umwerfer: Shimano 105
Schalthebel: Shimano 105
Kurbelsatz/Pedale: Shimano 105
Kettenräder: Shimano 105
Kette: Shimano 105
Ritzelpaket: Shimano 105
Laufräder: Naben Shimano 105 Reifen Schwalbe Stelvio
Lenker/Vorbau: Ritchey
Sattel/Sattelstütze: Selle Italia/Ritchey
Bremsen: Shimano 105
Licht: ---
Besonderheiten: ---

Das Fazit: Ein sehr schönes Rennrad was mich dazu bringt, über die Anschaffung eines Aluminium-Rahmens (ohne "Komfort-Geometrie") nachzudenken...

Die Touren führen durch abwechsungsreiche Landschaften mit der Wahl, ob man Berge fahren möchte oder nicht. Der Verkehr ist erheblich entspannter als in Deutschland. Auf Mallorca wird die Hupe betätigt, um die Radfahrer zu warnen; in Deutschland wird die Hupe gerne gebraucht, um die Radfahrer zu belehren, wenn die Gefahr, die vom Autofahrer ausgeht, schon vorbei ist. Entscheiden Sie, welche Variante Ihnen sympathischer ist... aber ich schweife ab. Die Touren im einzelnen:

Tag 1: Tour zum Kloster Lluc Distanz: 73 km
Beschreibung:
Der erste Tag, und direkt hoch zum Kloster Lluc... na ja, die Tour fängt freundlich an, man kann einrollen. Startpunkt ist der Club Pollentia direkt an der PM222 zwischen Port de Pollenca und Alcudia. Zunächst geht es am Wasser entlang in Richtung Alcudia, dann biegen wir nach rechts ab. Die ersten kürzeren Anstiege kommen vor Campanet, Moscari und Selva. Nach Selva folgen dann allerdings 12km Anstieg zum Kloster, die es in sich haben. Für Untrainierte gilt: Dreifach-Kettenblatt montieren und langsam fahren. Für Trainierte gilt: Nicht zu weit runterschalten, und lieber immer wieder aufstehen; Pantani hat es vorgemacht. Im Kloster selbst befindet sich ein kleines Lokal mit Cafe con Leche und Erdbeerkuchen. Es gibt also keinen Grund, an der Tankstelle (ca. 3km vorher zu rasten.
Nach dem Kloster (bei ca 45km) folgt eine 20km lange Abfahrt. Diese ist bei trockener Witterung sehr zu empfehlen. Bei Regen und Nebel (kann vorkommen) ist Vorsicht geboten: Die Straßen sind dann schmierig und glatt. Es folgt die Umfahrung von Pollenca um kurz vor dem Club wieder auf die PM222 und damit ans Meer zu kommen.

Fazit:
Einsteiger werden diese Tour vielleicht nach einer Woche Training eher genießen..., die Landschaft (besonders auf der Abfahrt zwischen Lluc und Pollenca) ist aber schon beeindruckend. Eine Regenjacke ist empfehlenswert: Im Gebirge fängt es urplötzlich an zu regnen (siehe Bilder). Am Meer ist dann wieder strahlender Sonnenschein.

Tankstelle nach dem Anstieg
Das Kloster im Regen
Die Gaststätte
Blick aus der Gaststätte zum Kloster
Durchfahrene Orte:

Sa Pobla

Campanet

Moscari

Selva

Caimari

Lluc

Pollenca

Die Route:

Route der Tour

Tag 2: Tour zum Kloster Sant Salvador Distanz: 136 km
Beschreibung:
Zum Einrollen fahren wir ca. 12 km über Alcudia zum Ortseingang Ca'n Picafort. Dann folgen die ersten kleinen Anstiege vor Muro Llubi und Sineu. In Petra machen wir eine Kaffepause um dann in Richtung Felanitx und San Salvador, dem Höhepunkt des heutigen Tages entgegen zu fahren. Der Anstieg zum KLoster hat eine Länge von ca. 4km, die es in sich haben. Im Kloster machen wir eine weiter Kaffepause und bewundern die Trikots und Fotos eines berühmten Radsportlers. Dann geht es über Manacor, Son Serra (Gute "Rollerstrecke") und Ca'n Picafort nach Hause.

Fazit:
Die Tour ist durch die kleineren und größeren Anstiege sowie die Länge für Einsteiger zu hart. Für Fortgeschrittene ist alles dabei.

Auf dem Weg nach Sineu
Der Marktplatz in Petra
Blick vom Kloster auf die Insel
Blick vom Kloster auf die Insel
Durchfahrene Orte:

Alcudia

Ca'n Picafort

Muro

Llubi

Sineu

Petra

Felanitx

Sant Salvador

Manacor

Son Serra

Ca'n Picafort

Alcudia

Die Route:

Route der Tour

Tag 3: Tour im Inland Distanz: 72 km
Beschreibung:
Wir rollen über Alcudia nach Ca'n Picafort und fahren über Muro nach Inca, wo wir eine Kaffepause machen. Dann geht es weiter nach Campanet (sehenswert: die Höhlen) und von Campanet auf einer neu geteerten Nebenstrecke nach Pollensa. Vom Kreisverkehr dort über eine weitere Nebenstrecke wieder zum Meer und zum Ausgangspunkt der Tour.

Fazit:
Gemütliche Tour, die auch für Einsteiger geeignet ist. Fortgeschrittene fahren diese Runde nach einem härteren Tag.

Ortseingang Campanet  Marktplatz Inca

Marktplatz Inca

Durchfahrene Orte:

Alcudia

Ca'n Picafort

Muro

Inca

Selva

Campanet

Pollensa

Die Route:

Route der Tour

Tag 4: Tour zur Ermita Betlem Distanz: 90 km
Beschreibung:
Wir rollen uns ein in Richtung Ca'n Picafort und fahren weiter an der Küste entlang in Richtung Son Serra und Arta. Bis Arta geht es ständig aber gemäßigt bergauf; es folgt der Anstieg zum Aussichtspunkt kurz vor der Ermita Betlem und dann die Abfahrt zur Ermita. Der Anstieg beträgt ca. 9km, ist aber gut fahrbar. Dann fahren wir auf gleichem Weg zurück und ernten die Früchte der Hinfahrt; bis Ca'n Picafort kann man es nämlich richtig "knallen" lassen.

Fazit:
Der Aussichtspunkt ist sehenswert; der Rückweg ist fahrenswert!

Blick vom Aussichtspunkt  Blick auf die Ortschaft Bethlem

Die Ermita Bethlem

Durchfahrene Orte:

Alcudia

Ca'n Picafort

Son Serra

Arta

Ermita de Betlem

Arta

Son Serra

Ca'n Picafort

Alcudia

Die Route:

Route der Tour

Das Ergebnis: Insgesamt fuhr ich während des Urlaubs 770 Trainingskilometer, was dazu führte, dass ich jetzt auf meiner heimischen Trainingsrunde problemlos einen Schnitt von ca. 31 km/h fahre (vorher 25 km/h). Der radsportliche Einstieg in die Saison ist somit erheblich effektiver verlaufen.